Sozialpartner im Gespräch zur Europawahl: Gemeinsam für ein starkes Europa

Ist die anstehende Europawahl am 26. Mai die wichtigste seit 1979? Realisieren die Wähler, was auf dem Spiel steht, wenn die Europa-Gegner gewinnen? Was benötigt ein zukunftsfähiges starkes Europa aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmersicht? Was sind die Lehren aus der letzten Wahlperiode, was die Notwendigkeiten für die nächste Legislatur 2019-2024?

Bei der Podiumsdiskussion im Vorfeld der Wahlen zum europäischen Parlament waren sich Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer und DGB-Vorsitzender Reiner Hoffmann in Brüssel einig: Die Wahl ist nicht nur die wichtigste seit langem, Wirtschaft und Gesellschaft müssten sich auch mehr denn je gemeinsam für Europa stark machen.

„Europa ist für mich die größte Erfolgsgeschichte“, so Kramer. Es gebe es auf der ganzen Welt nicht noch einmal, dass sich so viele Nationen unterschiedlicher Sprachen und Kulturen aus dem Beweggrund zusammentun, dass sie in der Summe mehr erreichen könnten als allein.

Auch DGB-Vorsitzender Hoffmann machte deutlich, wie stolz Europa auf 70 Jahre europäischer Integration als Erfolgsprojekt sein können. Die Sozialpartner waren sich aber auch einig, dass mit den Herausforderungen der Globalisierung, des technologischen Wandels und der Digitalisierung die Unsicherheit in der Gesellschaft gewachsen sei. Populismus im Inneren sowie schwindende Allianzen und wirtschaftlicher Protektionismus im Äußeren stellten Probleme dar, die eine geeinte Gegenstimme bräuchten. Klar für die beiden Spitzenvertreter war, dass als Nationalstaaten allein diese Herausforderungen nicht bewältigt werden können.

Heute sei daher wichtiger denn je, dass Demokratie und Europa gestärkt werden müssten. So riefen die Sozialpartner dazu auf, proeuropäisch zu wählen und die errungenen Freiheiten und Werte gegen die „Feinde Europas“ zu verteidigen.

Gleichzeitig stand es für Kramer und Hoffmann nicht im Widerspruch zur Stärkung Europas, auch Schwächen und Fehlentwicklungen der EU anzugehen. Dafür brauche es eine gestärkte Sozialpartnerschaft auf EU-Ebene sowie in allen Mitgliedstaaten, um eine gemeinsame Vision von mehr Europa gestalten zu können.

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